Mit Unterzeichnung des Erbbaupachtvertrages zwischen der Stadt Trier und der IFA-Gruppe als neuen Hausherrn in Trier wurde die Geschichte des Trierer Weißhauses erfolgreich weitergeschrieben. Nun fand nach ca. 13 Monaten der Renovierungs- Umbau- und Ausstattungsarbeiten die offizielle Eröffnung im Beisein des Trierer Oberbürgermeisters Wolfram Leibe sowie des Baudezernenten Andreas Ludwig und Landrat Günther Schartz sowie vielen weiteren geladenen Gästen statt.

Auszug aus der Eröffnungsrede (Daniela Schäfer-Anell, Architektin):

„…Das Weißhaus ist auf Grund seiner Historie ein bedeutsamer Ort für Trier. Erlauben Sie mir daher, einen kurzen Überblick über seine Geschichte zu geben.

Die Villa Weißhaus wurde 1823 vom damaligen Trierer Oberbürgermeister Wilhelm von Haw als privates Wohnhaus erbaut. Das Grundstück um das Weißhaus, der Weißhauswald, blieb der Öffentlichkeit zugänglich. Angelehnt war der Entwurf der Villa an den vom damaligen Stadtbaumeister Johann Georg Wolff in Trier eingeführten preußischen Klassizismus.

Nach von Haws Tod erwarb der Statthalter des Großherzogtums Luxemburgs Prinz Heinrich der Niederlande das Anwesen. Auch Prinz Heinrich machte das angrenzende Waldstück öffentlich.

1879, nach dem Tod Prinz Heinrichs,  gründeten Trierer Bürgerinnen und Bürger die Aktiengesellschaft Weißhaus-Verein zur Rettung des Weißhauses und des Naherholungsgebietes Weißhauswald.

1881 wurde das Weißhaus erstmalig als Restaurant verpachtet und 1901 um einen Glasanbau erweitert.

1919 ging es in städtischen Besitz über. 1981 beschloss die Bauherrengemeinschaft Weißhaus, ein Zusammenschluss der Stadt Trier mit privaten Investoren, den heutigen Neubau, der dann von 1984 bis 2014 verpachtet wurde.

Das Gebäude stand ab 2014 leer und wurde am 2018 in Erbbaupacht an die IFA-Gruppe als neuen Hausherrn übergeben.

Vor ca. einem Jahr begannen dann die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Diese wurden zu jeder Zeit mit dem größten Respekt vor der wichtigen Bedeutung dieses unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes konzeptioniert und ausgeführt.

Das gesamte Gebäudeensemble wurde technisch und baulich umfassend in Stand gesetzt und modernisiert.

Um einige Punkte zu nennen:

  • Es wurde ein Brandschutzkonzept erarbeitet und alle daraus resultierenden baulichen und technischen Maßnahmen realisiert
  • Fassaden und Dachkonstruktionen des Anwesens wurden gestrichen und wetterfest gemacht
  • Es wurde ein Speisenaufzug eingebaut um schnellen Service zum Biergarten zu gewährleisten
  • Viele Hundertmeter Kabel für EDV, Brandmeldeanlage, Beleuchtung und Beschallung wurden verlegt.
  • Alle technischen Einrichtungen wurden in Stand gesetzt und wo nötig erneuert
  • Es wurden zwei leistungsfähige, neue Thekenkomplexe eingebaut
  • Die Orangerie wurde instandgesetzt
  • Die Terrasse wurde erweitert und mit Platanen bepflanzt. Dieser phantastische Biergarten sucht weit und breit seines Gleichen.
  • Die WC-Anlagen wurden renoviert, im Erdgeschoss wurde sie komplett erneuert
  • Das gesamte Gebäude wurde mit einem hochwertigen Eichenparkett ausgestattet.
  • Das Gebäude und auch der Zugang zum Biergarten wurde barrierearm gestaltet und umgebaut (Rampe in den Biergarten, zusätzliches barrierefreies WC im UG)
  • Und viele weitere Details mehr

Wir freuen uns, unserem Pächter Herrn Gülgen, eine mit Möbeln und Dekoration ausgestattete Immobilie übergeben zu können. Somit zeichnet sich die IFA auch für die   Konzeption der Gestaltung der Außenanlagen als auch für die Anschaffung und Gestaltung der Einrichtung und Dekoration der Restauranträume verantwortlich.

In Anlehnung an die schlichte Eleganz und Klarheit des preußischen Klassizismus, haben wir uns für hochwertige Materialien und klassische Farbkombinationen mit modernen Akzenten entschieden. Die Architektur und der Ausblick sprechen für sich. Im Gastraum herrschen natürliche Farben mit Akzenten aus Grün und Gold vor.

Die Zitate und Sprüche an den Wänden sorgen für eine gute Atmosphäre. Die Stimmungsvolle Beleuchtung sowie die Dekoration für den Wohlfühlfaktor.

Im unteren Geschoß hängen zahlreiche Bilder mit Motiven aus der guten alten Weißhauszeit. Alle Bilder sind Vergrößerungen originaler, z. T. aus dem 19. Jahrhundert stammenden Postkarten, die tatsächlich von hier aus versendet wurden. Die großen Leinwanddrucke an den Wänden, zeigen Motive aus dem Weißhauswald. Alle Fotos sind selbst fotografiert und bearbeitet.

Hinter uns liegen nicht nur viele Monate, sondern auch viel Schaffenskraft und Engagement aller Beteiligten.

Dank gilt unserem IFA-Team, im Büro als auch auf der Baustelle,  sowie allen am Bau beteiligten Firmen. An alle Handwerkerinnen und Handwerker, die seit vielen Jahren erfolgreich mit uns zusammen schöne Projekte realisieren. Wir alle haben hier in hervorragender Teamarbeit dazu beigetragen, dass die Geschichte des Trierer Weißhauses weitergeschrieben wird.

Auch ist die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauamtes, insbesondere der Denkmalpflege und der Bauaufsicht, sowie der Feuerwehr betonen.

Wir wünschen Herrn Gülgen und seinem Team, welches in den letzten Tagen fleißig das Haus mit Leben, Lebensmitteln und viel Power gefüllt hat, viele nette Gäste und alles Gute für den weiteren Betrieb dieser wundervollen und einzigartigen Location ! ….“

Ab dem 9.10.2020 ist die Villa Weißhaus wieder geöffnet und Pächter Atilla Gülgen und sein Team freuen sich auf Ihre Gäste.

Hier geht es zum Presseartikel des swr: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/weisshaus-trier-eroeffnung-106.html

Die Quellenangaben der Bilder: IFA / Roland Morgen / Atilla Gülgen (Film)