Weißhaus Trier eröffnet 2019 wieder mit Bier aus dem Hochwälder Brauhaus

2018-10-26T18:42:54+00:0025.10.2018|

FOTO: Friedemann Vetter

Trier. Fast vier Jahre nach der Schließung ist eine neue Ära für das Trierer Weißhaus in Sicht. Ein bekanntes Unternehmen aus der Region übernimmt die traditionsreiche Gastro-Immobilie und plant einen Biergarten für 300 Gäste.

Die letzten Betreiber, Heiner und Monika Adamkiewicz, verabschiedeten sich Ende 2014 in den Ruhestand. Seitdem ist das Trierer Weißhaus verwaist. Und fast ebenso lange verkündet die Stadt als Besitzer der noblen Gastro-Immobilie auf dem Palliener Plateau alle paar Monate, es zeichne sich eine Lösung für den Weiterbetrieb ab.

Am Donnerstag gab es, wie schon mal im Sommer 2016, eine Vor-Ort-Pressekonferenz. Doch diesmal hatte Baudezernent Andreas Ludwig nicht nur Absichtserklärungen parat, sondern präsentierte einen neuen Hausherrn: die Schillinger Unternehmensgruppe IFA unter Leitung von Wolfgang Schäfer (61).

Blick von der Weißhaus-Terrasse auf Trier. Dieses Foto ist am 1. September 1956 entstanden. Das Stadtbild ist noch von Kriegszerstörungen geprägt. FOTO: Stadtarchiv Trier

Ja, es habe lange gedauert, räumte Ludwig ein, aber dafür sei man sich nun auch im Rathaus „ganz sicher: Das ist die richtige, weil zukunftsträchtige Lösung.“ Und die sieht so aus: Die Stadt vergibt die Liegenschaft Weißhaus per Erbbaurechts-Vertrag für 45 Jahre an die IFA GmbH. Das habe der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen. Vorausgegangen war ein Investorenauswahlverfahren, in dem, wie Ludwig mehrfach betonte, das Konzept der Hochwälder „überzeugt“ habe.

Blicken hoffnungsvoll in die Zukunft des Weißhauses (von links): Patrick Anell, Daniela Schäfer-Anell, Wolfgang Schäfer, Andreas Ludwig und Hans-Jürgen Lichter. FOTO: TV / Roland Morgen

Wolfgang Schäfer, der die IFA vor 25 Jahren gegründet hat, kündigte an, das Weißhaus wieder zu dem zu machen, was es in seinen guten Zeiten war: „Eine Gaststätte, zu der die Menschen regelrecht gepilgert sind.“

Im Wissen, dass sich das Ausflugsverhalten ebenso verändert hat wie die Ansprüche und Erwartungen von Gästen, setzt Schäfer auf ein Konzept aus Erlebnis- und Kommunikationsgastronomie, das im eigenen (Familien-)Unternehmen ausgeklügelt worden ist: von Tochter Daniela Schäfer-Anell (39) und Schwiegersohn Patrick Anell (39) sowie Hans-Jürgen Lichter (56), der die IFA in gastronomischen Angelegenheiten berät.

Eine feste Zielgruppe hat man nicht im Visier: „Nein, wir werden uns breit aufstellen“, erklärt Daniela Schäfer-Anell. Neben den klassischen Kaffee-und-Kuchen-Gästen wolle man Busgruppen ansprechen, Mittagstisch anbieten, Bankette und Firmenveranstaltungen ausrichten. Business Dinner im Weißhaus? „Klar, auch das wird es geben.“

Auf der Speisen- und Getränkekarte werde sich „die Viefalt dessen, was die Region bietet, widerspiegeln“. Bier aus dem (IFA-eigenen) Hochwälder Brauhaus und anderen Anbietern, Weine von Spitzenwinzern, Fleisch, Fisch und Backwaren von heimischen Erzeugern. „Und das alles gepaart mit dem spektakulären Blick auf Trier und das Moseltal“, sagt Wolfgang Schäfer. „Im Außenbereich schaffen wir einen Panorama-Biergarten mit 300 Plätzen.“ Drinnen finden 200 Gäste Platz. Außerdem werde das Orangerie-Gebäude als Ort für Veranstaltungen hergerichtet.

Geplante Weißhaus-Wiedereröffnung: Sommer 2019. Bis dahin steht noch viel Arbeit auf dem Programm. Dazu zählen die energetische Sanierung und kleine Umbauten sowie der Einbau eines Speisenaufzugs. Rund zwei Millionen Euro müssten investiert werden, um das Weißhaus fit zu machen für seine neue Ära. Mit der historischen Bausubstanz werde man „selbstverständlich verantwortungsvoll umgehen“, verspricht Schäfer.

Unklar ist noch, ob die IFA die Gastronomie verpachtet (wie die Villa Keller in Saarburg) oder in Eigenregie betreiben wird. Die Konzeption aber bleibe wie angekündigt: „Wir geben vor, was hier geschieht, denn nur das halten wir an dieser Stelle für erfolgversprechend.“

Die Vergabe nach Erbbaurecht macht die IFA zum neuen Hausherrn, der für die Unterhaltung verantwortlich ist und einen regelmäßigen Erbbauzins entrichtet. Zur Höhe wollten sich beide Seiten nicht äußern. Nach 45 Jahren geht das Weißhaus wieder an die Stadt zurück. Eine weitere prominente städtische Immobilie, die auf Zeit vergeben wurde, ist die Steipe am Hauptmarkt. Erbbaurechtsnehmer ist der zur Günther-und-Käthi-Reh-Unternehmensgruppe gehörende Bürgerverein 1864 GmbH.

Quelle: Volksfreund (zum Original Artikel)